Personalmangel in der Hotellerie und Gastronomie: Das betrifft auch dich und dein Hotel? Du suchst verzweifelt nach Mitarbeitern und es kommen einfach keine Bewerbungen mehr? Um Personal zu finden, reicht es heute nicht mehr aus, Stellenausschreibungen in den einschlägigen Stellenbörsen oder der lokalen Zeitung zu schalten.

Wir verraten dir, wie du trotz Fachkräftemangel neue Mitarbeiter findest und bindest.

Gliederung

Warum Recruiting nicht mehr das ist, was es mal war

Die Zeiten, in denen wir eine Arbeitslosenquote von 12% und mehr hatten, sind längst vorbei. Das marktwirtschaftliche Ziel der „Vollbeschäftigung“ ist quasi erreicht, und das nicht nur im Sektor Tourismus. Aber was hat das zur Folge?
Früher folgten auf ausgeschriebene Stellen haufenweise Bewerbungen. Diese wurden in „ABC Stapel“ selektiert, bevor die „A-Kandidaten“ genauer unter die Lupe genommen wurden. Das ist heutzutage nur noch eine Traumvorstellung, gerade nach Corona und gerade in der Hotellerie und Gastronomie. Denn das Blatt hat sich gewendet. Nicht mehr die potenziellen Mitarbeiter sind die Bewerber, sondern die Unternehmen, die sich bei den Mitarbeitern bewerben müssen. Entsprechend muss sich auch nicht mehr der Mitarbeiter mit seiner Bewerbung und Qualifikationen überzeugen. Unternehmen müssen attraktive Arbeitsstellen schaffen und Mehrwerte bieten, die den potenziellen Mitarbeiter überzeugen.

„Sinn schlägt Status“ – Ein Generationenkonflikt – Was du über Generation Z wissen musst

Die Generation Z ist die Generation, die es in Zukunft zu überzeugen gilt. Diese ist zwischen 1995 und 2010 geboren. Die Werte dieser Generation stehen in starkem Konflikt zur Generation Y (1980-1995). Während die Generation Y auch als „Burn Out“ – Generation mit hohem Statusmotiv abgestempelt wird, geht es bei der Generation Z in erster Linie um Sicherheit und den Sinn im Leben. Das Statussymbol Auto verliert an Bedeutung. Immer wichtiger werden Spaß bei der Arbeit und eine sinnvolle Aufgabe sowie „mehr Zeit“. Zeitwohlstand übertrifft den finanziellen Wohlstand. Das Gehalt verliert verhältnismäßig an Bedeutung, während Teamgefühl, Sinnhaftigkeit und Mitwirken mehr dazugewinnen. „Arbeiten gestalten“ statt „arbeiten müssen“ lautet das Motto.
Diese Werte und Motive gilt es zu verstehen und zu respektieren. Wer versucht gegen diese Werte anzukämpfen und nach alten Motiven weiterzuleben, der kann am besten gleich aufgeben. Denn Wertegerüste sind keine kurzlebigen Launen. Werte sind tief verankerte und unbewusste Einstellungen, die aus Erfahrungen gewachsen sind.  Wer also Personal finden und binden will, muss die Motive der jüngeren Generationen ernst nehmen, auch wenn diese den eigenen Werten widerstreben.

Generation Z, Recruiting 4.0

Aktiv gegen Personalmangel – so findest du Mitarbeiter

Die Karriereseite

Wer Personal finden will, muss sich an diese anpassen. Überlege dir also, wen du suchst und versetze dich dann in potenzielle Kandidaten hinein. Noch besser: befrage und beobachte deine „Mitarbeiter-Zielgruppe“. Willst du Auszubildende und Mitarbeiter in jüngeren Generationen ansprechen, musst du deinen Bewerbungsprozess an die „Digital Natives“ anpassen. Dafür solltest du als erstes dafür sorgen, dass dein Hotel mobil leicht zu finden ist. Digital Natives machen alles von überall zu jederzeit nebenbei und zwischendurch. Daher sollte deine Karriereseite leicht zu finden sein, übersichtlich und für Mobilgeräte optimiert sein. Biete niedrigschwellige Bewerbungsmöglichkeiten und verabschiede dich von steifen Bewerbungsprozessen. Fordere nur ein, was du von Bewerbern wirklich brauchst.

One-Click Bewerbungen

Am Besten arbeitest du mit so genannten „One-Click Bewerbungen“. Verzichte auf Lebensläufe und Anschreiben. Alles was du wissen musst, findest du auf Portalen wie Xing oder LinkedIn. Der Name, ein Link zum Xing oder LinkedIn Profil und die Information an welcher Stelle der Bewerber interessiert ist reichen aus.

„Gehaltvolle“ Stellenanzeigen

Natürlich sind Stellenanzeigen nicht ausgestorben, sondern haben nach wie vor ihre Berechtigung und sollten keinesfalls stiefmütterlich behandelt werden. Allerdings solltest du dich vor allem auf den Inhalt deiner Stellenanzeigen konzentrieren. Vermeide Floskeln wie „Wir suchen eine freundliche Servicekraft“. Dass du keine unfreundlichen Servicekräfte suchst, versteht sich von selbst. Verzichte auf allgemeine Formulierungen und beschreibe stattdessen genau, welche Anforderungen du an Bewerber hast und was ihn in der Position erwartet. Dazu gehört auch eine Gehaltsangabe. Überlege dir genau, welche Stellenbörse für Dich geeignet ist. Hier gibt es unzählige Möglichkeiten. Von Stepstone und Indeed über Hotellerie-spezifische wie Hotelcareer.de und hogapage.de. Ebenso ist es oft sinnvoll, die lokalen Stellenbörsen wie z.B. jobs.meinestadt.de nicht außer Acht zu lassen.

kununu

Kununu ist ein Arbeitgeberbewertungsportal, auf dem Mitarbeiter ihre Arbeitgeber bewerten. Schaue unbedingt nach, ob und was für Bewertungen dein Hotel dort hat. Nehme konstruktive Kritik unbedingt ernst und reagiere auf gute und schlechte Bewertungen. Es ist auch ein Versuch wert, Mitarbeiter aufzufordern dich dort zu bewerten, wenn bisher nur wenige Bewertungen vorhanden sind.

Suche aktiv!

Die bisher beschriebenen Punkte sind das Minimum, das jeder Arbeitgeber berücksichtigen sollte. Aber das wird vermutlich nicht ausreichen, den Personalmangel zu beenden. Wie bereits erwähnt, hat sich das Wort Bewerbung umgedreht. Nicht mehr der Arbeitnehmer bewirbt sich beim Arbeitgeber sondern umgekehrt. Daher musst du nun anfangen aktiv zu suchen. Das bedeutet, dass du konkret nach Personen Ausschau halten solltest, die deinem Bewerberprofil entsprechen. Das setzt natürlich voraus, dass du ein Bewerberprofil hast und welche Mitarbeiter du suchst. . Überlege dir dafür beispielweise eine fiktive Person, die optimal auf die zu besetzende Stelle passt. Das nennt man eine so genannte „Bewerber Persona“. Damit schaffst du dir eine gute Basis, um dich in passende potenzielle Mitarbeiter reinzuversetzen. Durchforste deine Kontakte und Gruppen. In welchen Gruppen könnten potentielle Bewerber sein? Du kannst auf LinkedIn beispielsweise auch direkt nach „Koch“ oder „Rezeptionist“ suchen.
Wenn du spezifischer suchen möchtest, kannst du die Bewerberprofilsuche von Hotelcareer nutzen:

Bewerberprofilsuche Hotelcareer


Wenn du passende Bewerber gefunden hast, schreibe diese an. Dabei kommt es auf einen kurzen und überzeugenden Text an. Frage dich, was das Interesse deines Bewerbers wecken könnte. Mach die Kontaktaufnahme so einfach wie möglich, vermeide Floskeln und fasse dich kurz!

Die Recruiting Apps mit denen du höhere Chancen hast, als mit herkömmlichen Stellenanzeigen

Neben den herkömmlichen Portalen wie Xing, LinkedIn, Stepstone und Hotelcareer gibt es verschiedene Apps, die die Kontaktaufnahme mit potenziellen Bewerbern erleichtern.

Truffl

Kennst du die Dating App Tinder? Es gibt eine Bewerbungsapp namens „Truffl“ die genauso funktioniert wie Tinder, nur für Jobs statt Dates. Sie nennt sich selbst die „Premium Talent-Plattform für Young Professionals“.

Talentcube

Talentcube ist eine mobile Bewerbungsplattform, die via Smartphone eine professionelle Bewerbung auf jeden Job in Deutschland ermöglicht. Das altmodische Anschreiben wurde durch drei konkrete Fragen ersetzt. Diese werden in einem Video beantwortet, dass mit der Front-Kamera aufgenommen wird.

Talenthero

Talenthero ist eine App, die Unternehmen und Digital Natives, die nach einer Ausbildung Ausschau halten, zusammenbringt. Der Schüler gibt zunächst seine Interessen ein und bekommt dann passende Vorschläge für Ausbildungsplätze auf die er sich direkt in der App innerhalb von 10 Minuten direkt via Smarthone bewerben kann.

Personalmangel Hotellerie Gastronomie Tourismus Recruiting 4.0

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