Formel Berechnung Preisuntergrenze Hotel

Der Betrieb eines Hotels ist kostenintensiv: Personal, Ausstattung, Strom, Wasser, Gas und zusätzliche Serviceleistungen treiben die Kosten schnell in die Höhe. Hinzu kommt der enorme Konkurrenzkampf am Markt. Aber auch die Gäste werden immer anspruchsvoller bei der Auswahl von Hotels. Sie vergleichen Ausstattungsdetails und Preise bevor sie buchen. Gerade deshalb ist es wichtig, die Preisuntergrenze für jede einzelne Zimmerkategorie genau zu kennen. Mit der Preisuntergrenze Formel gelingt die Berechnung.

Preisuntergrenze berechnen

Wer mit seinem Hotel langfristig erfolgreich sein möchte, muss die Bedürfnisse seiner Zielgruppe genau kennen und flexibel auf Änderungen reagieren. Jedoch kommt es auch auf das Fachwissen im Bereich des Revenue Managements an. Hierzu zählt zu den üblichen KPI wie RevPar, ADR oder Occupancy, auch die Berechnung der Preisuntergrenze für Hotelzimmer, kurz PUG. Die Formel für die Preisuntergrenze berechnet den Mindestpreis pro Zimmerkategorie, um kostendeckend zu wirtschaften. Er setzt sich aus dem Anteil aus fixen und variablen Kosten zusammen und wird mit der durchschnittlichen Auslastung verrechnet. Das Berechnen der Preisuntergrenze hilft bei der Kostendeckung und Gewinnermittlung. Kennen Sie die Preisuntergrenze? Kennen Sie die jeweiligen Fixkosten und Variablen Kosten die pro Zimmer anfallen? Zu den Fixkosten eines Hotelzimmers zählen anteilig: Energiekosten, Kapitalkosten, Versicherungen und Gebühren, Steuern und Abgaben, Werbung, Telefon, Reparatur- und Instandhaltungskosten. Nach der Ermittlung der Fixkosten folgen die variablen Kosten pro Hotelzimmer. Die variablen Kosten setzen sich anteilig aus: F&B (Frühstück), Reinigung, Personal, Guest Supply, Verbrauchstoffe, Energiekosten und Provisionen zusammen. Nach der Kostenidentifikation kann man die Preisuntergrenze berechnen und das geht so:

Preisuntergrenze Formel

Die Preisuntergrenze Hotel (PUG) wird wie folgt berechnet:

Fixkosten/Zimmer + variable Kosten/Zimmer = Preisuntergrenze Hotel (PUG)

Preisuntergrenze berechnen anhand eines Praxisbeispiels

Ein Hotel hat 100 Zimmer. Die Fixkosten des Hotels belaufen sich auf 1.200.000,00 EUR. Die variablen Kosten liegen bei 900.000,00 EUR. Die durchschnittliche Auslastung liegt bei 80%. Somit werden 29 200 Zimmer verkauft. Aus genannten Daten ergibt sich folgende Berechnungsgrundlage.

Fixkosten pro Hotelzimmer

1.200.000,00 EUR / 29 200 belegte Zimmer = 41,10 EUR
Die Fixkosten pro Hotelzimmer betragen bei einer durchschnittlichen Auslastung von 80% 41,10 EUR.

Variable Kosten pro Hotelzimmer

900.000,00 EUR / 29 200 belegte Zimmer = 30,82 EUR
Die variablen Kosten pro Hotelzimmer betragen bei einer durchschnittlichen Auslastung von 80% 30,82 EUR.

Preisuntergrenze Hotel

41,10 EUR + 30,82 EUR = 71,92 EUR
Die Preisuntergrenze für ein Hotelzimmer versteht sich als Nettowert ohne MwSt.
Der Hotelier des Beispielhotels sollte anhand der Berechnung der Preisuntergrenze seine Zimmer nicht unter 71,92 EUR die Nacht verkaufen. Nur so kann der Hotelier langfristig wirtschaftlich arbeiten. Der Berechnung schließen sich in der Regel weitere Überlegungen der Gewinnerzielung an.

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Fazit Preisuntergrenze Hotel

Die Preisuntergrenze Hotel spielt im Revenue Management eine wichtige Rolle, denn die Preisuntergrenze Formel ermittelt, einfach und übersichtlich, wie viel Umsatz pro Zimmer mindestens erwirtschaftet werden muss, um kostendeckend zu arbeiten. Damit ist die Preisuntergrenze der absolute Minimalwert und sollte hinsichtlich der Preisoptimierung nur in Ausnahmefälle als Tagespreis genommen werden. Dabei bezieht sich die Preisuntergrenze (PUG) nur auf den Wert der tatsächlich verkauften Zimmer. Die Formel schließt somit die Auslastung der Zimmer mit ein. Somit gewährleistet die Formel einen Preis, der auch wirklich erwirtschaftet werden kann. Der Anteil der Fixkosten pro Zimmer bleibt von der Einzel- oder Doppelbelegung bleibt unberührt. Die Fixkosten bleiben konstant egal wie viele Personen in einem Hotelzimmer übernachten. Sie erhöhen sich eher durch höhere Personalausgaben oder durch ein Anstieg von Gebühren. Fixkosten sollten deshalb durch Angebotsvergleiche in regelmäßigen Abständen durch den Hotelier überprüft werden. Steigen die Preise für Versicherungen oder die Preise der Werbeagentur, sollten Alternativen in Betracht gezogen werden. Somit lässt sich der hohe Fixkostenanteil regulieren und regelmäßig anpassen. Sobald die Fixkosten durch den Logisumsatz für einen Monat gedeckt sind, hat der Hotelier einen größeren Spielraum für Sonderpreise. Diese sind besonders für Gruppenanfragen interessant oder bei der Entwicklung spezieller Sonderangebote wie beispielsweise zu Weihnachten oder Silvester, der buchungsstarken Jahreszeit. Die Preisuntergrenze ist somit Bestandteil im Yield Management und Untergrenze von dynamischen Preisen.